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Das Berchtesgadener Land

und seine Umgebung

Das Berchtesgadener Land
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Von Bad Reichenhall kommend, erreicht man das Berchtesgadener Becken kurz vor Bischofshofen. Wie ein Tor öffnet sich dort die Bergkette der Berchtesgadener Alpen und besonders markant fällt die Felsformation mit dem Namen "Schlafende Hexe" ins Auge, deren Silhouette an das Gesicht einer liegenden Hexe erinnert.

Hier in der Umgebung liegen die Hauptsehenswürdigkeiten der Region, der Königssee, das Kehlsteinhaus, ein Salzbergwerk und eine Seilbahn auf den Jenner.

Infos für Touristen

Der Tourismus in dieser Region ist sanft. Mit der Kurkarte kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und das Nahverkehrsnetz ist gut ausgebaut. Allerdings sind die Fahrpläne der Region nicht online verfügbar und Regionalzüge sind weder mit Steckdosen noch WLAN ausgestattet (Stand 2022).

Große Hotelburgen sucht man vergeblich, eher bieten viele kleine Pensionen Gästezimmer oder Ferienwohnungen an. Urlaub bei Bauern, die noch etliche Kühe im Stall haben, sind keine Seltenheit. 

Zum nachhaltigen Umgang mit der Region passt auch, dass Berchtesgaden und Garmisch-Partenkirchen mittels Bürgerentscheid die Olympischen Winterspiele 2022 krachend ablehnten, weil sie ihre Regionen nicht dem Gigantismus und der Profitgier des IOC'S opfern wollten.

Das Berchtesgadener Land hat zwar Wintersportgebiete, ist aber eher eine Sommerurlaubsregion. Olympische Spiele hätte dem Wintertourismus einen Schub gegeben, aber anscheinend legen die Berchtesgadener darauf weniger Wert als auf den Erhalt ihrer traditionellen Kulturlandschaft


Das Bezahlen läuft im Berchtesgadener Land oft noch mit Bargeld. Manche Restaurants und Geschäfte akzeptieren Kartenzahlung ab zehn, andere erst ab zwanzig Euro und viele gar nicht. (Stand 2022) Erstaunlich, denn der Tourismus ist international. Die Infrastruktur von Bankomaten verschiedener Kreditinstitute ist spärlich, man ist auf Sparkassen angewiesen.

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Der Königssee

Infor für Touristen
Der Königssee
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Der Königssee ist ein vollkommen naturbelassener Bergsee, an dem keine menschlichen Eingriffe mehr vorgenommen werden, seit er Teil des 1978 gegründeten Nationalparks Berchtesgaden ist. Das Gewässer wirkt wie ein Fjord, an dem schroffe Felsenwände teilweise senkrecht in den See fallen.

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Es gibt keine Wanderwege am Ufer entlang. Die einzige Möglichkeit den See in Gänze zu sehen, ohne mit dem Boot zu fahren, bekommt man vom Malerwinkel, einem Aussichtspunkt, den man nach 10 Minuten Fußweg von der Bootsanlegestelle in Schönau erreicht. Der Weg geht hinter den Bootshäusern entlang. Man kann ihn nicht verfehlen. Es gibt keine Abzweigungen. 

Eine Bootsfahrt sollte man sich trotzdem nicht entgehen lassen. Sie kostet von Schönau bis Salet 25 Euro p.P. (Stand August 2022).

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Die Schiffe fahren häufig, sind aber dennoch stets voll, auch dann, wenn man bereits das erste Schiff um 8:15 ergattert. Die Hoffnung, dass um diese Zeit noch wenige Gäste unterwegs sind, erfüllt sich nicht. 

Man sitzt in den Schiffen dicht gedrängt. Stille wäre nett, immerhin könnte man dann das geräuschlose Hingleiten auf dem Wasser intensiver 

wahrnehmen, denn die Boote fahren mit Elektromotor. Aber bei Gruppen gibt es immer Leute, die sich ununterbrochen laut unterhalten.

Dennoch wird es still, als der Schifffahrer anfängt, die Umgebung zu erläutern. Irgendwann stoppt auch er für ein paar Minuten seine Erläuterungen und die ersehnte andächtige Ruhe stellt sich ein. Dann kann man die Morgensonne an den Bergwipfeln und den Frühnebel über dem Wasser genießen und das leise Plätschern des Wasser neben dem Boot hören.

Mitten auf dem See wird angehalten, um das berühmte Echo des Königssees mit einer Trompete zu demonstrieren.

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Während der Fahrt über den See legen die Boote zweimal an, zunächst in St. Bartholomä mit dem berühmten Postkartenmotiv der Kapelle am königlichen Jagdschloss und später in Salet am Ende des Sees.

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St. Batholomä liegt auf der Halbinsel Hirschau, es gibt ein Restaurant mit schönem Biergarten am ehemaligen Jagdschloss, das in seiner Schlichtheit eher an einen Bauernhof als an ein Schloss erinnert. Von ca. 1700 bis zur Säkularisierung 1803 diente es als einfache Jagdunterkunft für die Berchtesgadener Fürstpröbste. Danach ging das Berchtesgadener Augustinerstift an die Wittelsbacher und Prinzregent Luitpold I. verbrachte hier gern Zeiten mit seinen Gästen.

Trotz der vielen Besucher findet man in St. Batholomä immer einen guten Platz unter den Kastanien des Biergartens und kann die Umgebung genießen, idealerweise bei einen Seibling oder einer Forelle.

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Von St. Bartholomä geht es mit dem Boot weiter nach Salet, Ausgangspunkt für Wanderungen zum Obersee. Von dort kann man 40 Minuten zur Fischunkelalm wandern oder 1 1/4 Stunden bis zum Röthbachfall. Auf der Alm gibt es Brotzeiten und Getränke. 

Wenn man früh aufbricht, ist es noch leer am Obersee

Die Landschaft ist atemberaubend, das Wasser des Sees schillert magisch grün-blau zwischen den Bäumen, die Felswände sind beeindruckend.

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Wieder in Schönau angekommen, kann man noch einen Blick in die Romy-Schneider-Ausstellung werfen, die im alten Bahnhof untergebracht ist, zu dem früher die Bahnlinie von Berchtesgaden führte. 

Romy Schneider verbrachte ihre Kindheit in Schönau am Königssee im Haus der Mutter Magda Schneider, die sich von ihren Gagen den Traum erfüllte, hier am Königssee zu wohnen. Das Haus von Magda Schneider ist heute in Privatbesitz und hinter zwei Meter hohen Hecken versteckt. Magda Schneider und Romy spielten gemeinsam in den Sissy-Filmen Mutter und Tochter des bayrischen Königshauses.

Berchtesgaden

Berchtesgaden
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Ansicht von Berchtesgaden vom Emmaus-Rundweg. Links die St. Andreas-Kirche, die ehemalige Pfarrkirche der Stadt, rechts davon mit den spitzen Doppeltürmen die ehemalige Stiftskirche des Augustiner-Chorherrenstifts, daran rechts anschließend die Fassade des Stiftsgebäudes, das nach der Säkularisation als Schoss der bayrischen Könige genutzt wurde.

Berchtesgaden war bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 ein reichsunmittelbares Fürstentum. Die Fürstpröbste residierten im Klosterstiftsgebäude, das im Laufe der Jahrhunderte erweitert wurde. Nach dem Ende ihrer Herrschaft fiel das Berchtesgadener Land an das neu gegründete Kurfürstentum Salzburg. Mit dem Frieden von Pressburg 1805 fiel Salzburg mitsamt Berchtesgaden an Österreich, blieb dort bis 1810, als Salzburg ins neu gegründete Königreich Bayern eingegliedert wurde. 1816 ging Salzburg wieder an Österreich, während Berchtesgaden bei Bayern blieb.

Das ehemalige Chorherrenstift wurde zum Schloss der bayrischen Könige.

Ein Rundweg durch die Stadt führt zum Schloss, dem 

gegenüberliegenden ehemaligen Marstall mit seinen Arkadenbögen sowie zur ehemaligen Stiftskirche. Im weiteren Verlauf kann man die Straße Nonntal entlang gehen, um dann den Emmausweg zur Kirchleitenkapelle hinauf zu steigen, von wo man eine gute Sicht auf den Watzmann hat.

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Kehlsteinhaus

Kehlsteinhaus
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Das Kehlsteinhaus wurde unter der Kanzlerschaft Adolf Hitlers gebaut und ist genau deswegen ein sehr beliebtes Reiseziel bei Amerikanern und anderen internationalen Reisegästen. Man darf sich nicht wundern, wenn Amerikaner stolz oder begeistert erzählen, dass sie auf einer Deutschlandfahrt auch das sogenannte "Eagle's Nest" besucht haben. 

Wer dort Originaleinrichtungen aus dem Dritten Reich usw. erwartet, wird einen Berggasthof vorfinden, der nicht viel von seiner Vergangenheit verrät. Eine Ausstellung informiert über die Geschichte des Hauses. Wäre man aber nicht informiert, würde man nicht erraten, an welchem Ort man sich hier befindet.

Abgesehen von der düsteren Vergangenheit bietet dieses Haus einen großartigen Blick über das gesamte Berchtesgadener Land.

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Das Haus liegt auf einem Felssporn auf 1834 Meter Höhe. An drei Seiten geht es recht steil bergab. Der Name Eagle's Nest, den die Amerikaner dem Haus gegeben haben, passt, denn die ungewöhnliche Lage erinnert an einen Adlerhorst. Es kann allerdings passieren, dass man oben in den Wolken sitzt und gar nichts sehen kann oder dass bei guter Sicht wirklich viele Besucher dort oben sind.

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Um zum Kehlsteinhaus zu kommen, fährt man zunächst bis zum Parkplatz am Dokumentionszentrum Obersalzberg. Ab da ist die Fahrt mit dem eigenen PKW beendet. Busse bringen die Besucher über die 1938 eigens für dieses Haus gebaute Kehlsteinstraße zu einem Fahrstuhl, der einen dann direkt in das Haus bringt. 

Die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus und die dazugehörige Fahrt mit dem Aufzug kosten 28 Euro p.P. (Stand August 2022). Es gibt genau vorgegebene Uhrzeiten, Busnummern und Zeitfenster.

Von Oktober bis Mai ist das Kehlsteinhaus umbewirtschaftet und der Busverkehr wird eingestellt. Die Straße ist für Fußgänger immer gesperrt.

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Die einspurige Kehlsteinstraße überwindet ca. 700 Höhenmeter, es geht durch Tunnel, eine Kehre und schließlich gelangt man an den Eingang eines 124 Meter langen Tunnels, der in den Berg zu dem Aufzug führt, mit dem man direkt in das 124 Meter darüber gelegene Kehlsteinhaus fährt. 

Der Vorraum zum Aufzug erinnert an ein Mausoleum oder eine Gruft.

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Das alles wirkt totalitär und weckt Assoziationen an James Bond Filme wie "Spectre", in denen Typen, die von der Weltherrschaft träumen, geheime, unterirdische Kontrollzentren und Laboratorien in entlegenen Bergregionen bauen.

Von der Halle geht es direkt in den mit Messing ausgekleideten Aufzug, in dem noch ein Telefon aus Bakelit in dem Fahrstuhlführerhaus hängt. Unweigerlich beschäftig einen die Frage, ob das alles original ist. Nach kurzer Fahrt gelangt man direkt ins Kehlsteinhaus.

Der Bau des gesamten Komplexes am Obersalzberg hatte damals die unfassbare Summe von 30 Millionen Reichsmark gekostet, das entspricht heute ca. 180 Millionen Euro. ​

Bad Reichenhall

Bad Reichenhall
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Bad Reichenhall ist ein gepflegtes, hübsches Kurstädtchen, das mit seinen farbig gestrichenen Häusern fast an Meran erinnerte. Dazu kommt der Königliche Kurgarten mit seinen architektonischen Akzenten aus der Blütezeit der Bäderkultur im 19. Jahrhhundert und natürlich sind immer die Berge im Hintergrund. 

Man sollte vom Kurgarten bis zum Florianiplatz in der Altstadt in der Oberen Stadt gehen. Auf dem Weg liegen die Sehenswürdigkeiten Alte Saline, der Rathausplatz und die Fußgängerzone Salzburger Straße und Ludwigstraße.

 

Der Kurgarten wurde 1868 von Carl von Effner gestaltet, auf den auch die Anlagen von Herrenchiemsee, Linderhof und die Maximiliansanlagen an der Isar in München zurückgehen.

Architektonische Akzente setzen im Kurgarten das Gradierwerk, die Wandelhalle mit einem Trinkpavillion und einer Konzertrotunde sowie am Südrand des Parks das neobarocke Königliche Kurhaus sowie das an der Salzburger Straße liegende Kurmittelhaus mit dem gegenüberliegenden Hotel Axelmannstein.

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Vom Kurgarten geht es weiter über die Salzburger Straße Richtung Rathausplatz. Irgendwann ist die Straße umbenannt in Ludwigstraße, auf der linken Seite befindet sich das Café Reber, bekannt durch die Mozartkugeln und diverse andere Schokoladenpasteten und Pralinen. 

 

Man sollte die parallel liegende Poststraße nicht versäumen, deren Bebauung historischer ist als in der Salzburger Straße. Beide Straßen führen zur Alten Saline bzw. dem nebenan liegenden Rathausplatz mit dem Wittelsbacher Brunnen. ​

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Am Chiemsee

Am Chiemsee
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Der Chiemsee, oft als das „Bayerische Meer“ bezeichnet, ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Erholungssuchende. Umgeben von malerischen Alpen, bietet der See atemberaubende Ausblicke, glitzerndes Wasser und eine frische Brise, die zum Durchatmen einlädt.

Ob eine entspannte Bootsfahrt zu den Inseln, ein Besuch des prachtvollen Schlosses Herrenchiemsee oder eine Fahrradtour entlang des Ufers – hier gibt es für jeden etwas zu entdecken. Besonders charmant ist die Fraueninsel mit ihren historischen Gebäuden und gemütlichen Biergärten.

Chiemsee, Bayern, Bavaria, Beieren
Chiemsee, Bayern, Bavaria, Beieren

Schloss Herrenchiemsee auf der Herreninsel im Chiemsee, wurde von König Ludwig II. von Bayern ab dem Jahr 1878 als Hommage an das Schloss Versailles erbaut. Auf der Webseite von chiemsee-alpenland.de wird es sogar als Kopie von Versailles bezeichnet. Es ist kleiner, aber immerhin der Spiegelsaal ist größer als der von Versailles.

Trotz enormer Baukosten wurde das Schloss nie vollständig fertiggestellt. Nach dem Tod Ludwigs II. im Jahr 1886 wurden die Arbeiten eingestellt. Bis heute sind einige Teile des Schlosses unvollendet, darunter der geplante Nordflügel.

Dennoch zählt Herrenchiemsee mit seinen prunkvollen Sälen und Gärten zu den eindrucksvollsten Bauwerken Bayerns.

An der Anlegestelle auf der Herreninsel befindet sich das Ticketcenter. Nur hier kann man Eintrittskarten mit Führung für das Schloss erwerben. Am Schloss selbst gibt es keinen Eintrittskartenverkauf. Eine Besichtigung des Schlosses ist nur mit Führung möglich und fotografieren im Inneren ist nicht erlaubt.

Chiemsee, Bayern, Bavaria, Beieren
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